Allgemeine Zeitung

 

Die Gesichter von Udo Lindenberg, Marilyn Monroe oder Altkanzler Helmut Kohl: Sie alle sind Landschaften – jedenfalls in der Betrachtungsweise von Maler Dieter Portugall.

 

In der Altstadt-Galerie Lehnert werden derzeit seine neuen Arbeiten unter dem Titel „Face2Face“ ausgestellt. „Ich habe mich sehr lange mit dem Thema Landschaft beschäftigt und sie immer in der Natur und der Umgebung gefunden“, sagt Portugall. „Dann habe ich ein Foto vom ältesten Menschen der Welt gesehen und auch in seinem Gesicht eine Landschaft erkannt.“

In seinem neusten Werk widmet sich der Maler Gesichtern, „Faces“, die das Leben zeigen, die von Alter, Krankheit, Freude und Leid gezeichnet sind. „Das Gesicht ist einzigartig“, erzählt Portugall. „Der Körper, die Haut, all das hat Struktur, und die Vergrößerung von all dem sieht aus wie Landschaft.“

Dabei geht es Portugall auch darum, die andere Seite zum Ausdruck zu bringen: Ein Großteil seiner Porträts stellt bekannte Persönlichkeiten dar, Prominente, die die Gesellschaft zu Symbolen gemacht hat.

Diese überzeichnet er und zeigt sie von einer anderen Seite, um das hervorzubringen, was die Öffentlichkeit nicht bewusst wahrnimmt: So offenbaren seine Bilder etwa die ungeschminkte Wahrheit des Charlie Chaplin oder die Hybris des Klaus Kinski, der die Realität nicht mit beiden Augen sieht.

Mahatma Gandhi und Michael Jackson sind merkwürdig verzerrt, Tebartz van Elst wird ein Spiegel vorgehalten und Goethe wird mit Faust vereint.

Dabei sind das noch längst nicht alle Prominenten, die Portugall malen will: „Ich habe nach den bekanntesten Gesichtern der Welt gesucht und 300 gefunden. Bisher habe ich 28 gemalt, ich will aber alle porträtieren.“